Rezension: Handmaid’s Tale von Margaret Atwood

Ein moderner Klassiker, dessen Thematik nie unrelevant werden wird.

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Cover von Margaret Atwoods "Handmaid's Tale"

Zugegeben The Handmaid’s Tale schafft es nicht in die Ränge meiner Lieblingstitel, aber aufgrund des Inhalts muss man den Titel wertschätzen.

Die Handlung ist in einer post-apokalyptischen Zeit angesetzt, wobei der Leser nicht vollständig darüber aufgeklärt wird, was eigentlich vor dem großen Umbruch passiert ist. Der Handlungsort ist jedoch vermutlich Nordamerika. Die Gesellschaft ist in verschiedene Schichten unterteilt und innerhalb dieser wurden den Menschen verschiedene Aufgaben zugewiesen: Marthas, Guardians oder Angels (Soldaten). Die Hauptperson Offred gehört zu einer Gruppe von Frauen, die dazu verpflichtet sind, Kinder zu produzieren, weswegen sie älteren Offizieren zugewiesen werden, deren Ehefrauen keine Kinder bekommen haben und nun zu alt sind, um diesen Defizit auszugleichen.

Den Hauptteil der Handlung nimmt der Alltag von Offred ein, wie sie mit einer anderen Magd einkaufen geht, wie sie ihre Rolle im Haushalt empfindet und wie sie versucht, Zeit totzuschlagen. Und natürlich die wenig erfolgreichen Befruchtungsversuche. Da sie einen Großteil ihrer Zeit keine Beschäftigung hat, schwelgt Offred häufig in Erinnerungen an die Zeit, als sie zur Magd trainiert wurde und wie ihre einzige richtige Freundin aus dem dafür errichteten Camp geflüchtet ist und an ihre kleine Familie, die sie bei einem Fluchtversuch über die Grenze ebenfalls verloren hat. Zusätzlich macht Offred sich Sorgen, was mit ihr geschiet, wenn sie nicht bald schwanger wird, denn die Frauen, die es nicht schaffen, werden in Kolonien geschickt um sich dort zu Tode zu arbeiten.

Das Buch hat alles, was man sich bei einem dystopischen Roman wünscht: Überwachung, Misstrauen und fehlende Informationen, einen sich bildenden Widerstand, feste soziale Schichten und einen Hauptcharakter, der versucht, sich an die Regeln zu halten, sie aber dann doch bricht um zu überleben. Teilweise ist die Erzählung etwas zäh, sodass man zum Querlesen verführt wird, vor allem, weil Offred selbst wenig über die aktuelle Lage der Nation weiß und man gerne mehr wüsste, aber es ist auch ein Titel, der 1986 erschienen ist und 30 Jahre später brandaktuell wirkt.

– Q

Bibliografische Angaben

Handmaid’s Tale von Margaret Atwood
Vintage, erstmals erschienen 1985
479 Seiten
ISBN 978-1-784-87144-4
£ 8.99

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Autor: nachtigallenfriedhof

Buchhandel/Verlagswirtschaft. HTWK. Leipzig. Verrückt/Extravagant/Außernatürlich. Sucht euch was aus.

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