Rezension: A War Of Gifts von Orson Scott Card

Eine Münze, eine Socke und schließlich Erlösung.

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Cover von Orson Scott Cards "A War Of Gifts"

Ender akzeptierte sein Schicksal und gewöhnte sich schnell an den Alltag der Battle School, doch bereits in Ender’s Game bemerkt man, dass es nicht allen Rekruten so ergeht.

Zeck ist ein brillanter Kopf. Er verfügt über eine unbegrenzte Erinnerung. Diese muss er allerdings geheim halten, denn sein Vater ist der Anführer einer christlichen Sekte und seine Mutter befürchtet, dass er Zecks Gabe als Teufelszeug interpretieren könnte.
Vor der internationalen Sternenflotte kann Zeck seine Fähigkeiten jedoch nicht verstecken, weshalb auch er eines Tages getestet und für die Battle School rekrutiert wird. Er geht – widerwillig.
Dort angekommen, folgt er zwar Befehlen, weigert sich aber eisern, aktiv an den Kämpfen zwischen den Armeen teilzunehmen. Angestachelt durch eine Socke und ein Gedicht bricht schließlich ein Glaubenskrieg zwischen den Kindern der Battle School aus, in dem auch Zeck keine weiße Weste vorweisen kann.

Was lediglich eine weitere Geschichte über einen Rekruten der Battle School sein könnte, ist eine spannende Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche. Zeck ist aufgrund seiner Kindheit kein verlässlicher Erzähler. Je weiter die Erzählung voranschreitet, desto stärker drängt sich die Frage auf, warum er sich mit seinem Verhalten so offensichtlich selbst im Weg steht.

In dieser Geschichte wird nicht nur die Figur Zeck vorgestellt, sondern auch alte Bekannte kehren zurück. Die Kapitel werden abwechselnd aus Zecks Perspektive und der eines anderen Charakters erzählt. Einen Gastauftritt erhält Enders Bruder Peter, der seine Mutter dabei beobachtet, wie sie über Enders Weihnachtsstrumpf weint. Im Laufe der Szene wird offensichtlich, dass zumindest die Mutter nicht ganz unwissend ist, was Peters Charakterzüge angeht.
Doch ein viel wichtigerer Charakter ist Dink Meeker, der versucht, etwas Menschlichkeit in die Battle School zu bringen und immer wieder mit Zeck aneckt. An ihm merkt man, wie auch an Zeck, dass sich nicht alle Rekruten in eine Form pressen lassen.

Neben dem psychologischen Faktor spielen philosophische und religiöse Fragen eine entscheidende Rolle für die Handlung. Zeck hegt ein starkes Verlangen nach Reinheit, kann diesen Zustand aber nie erreichen. Später im Buch stellt sich die Frage, ob Traditionen wie die Bescherung an Weihnachten oder Sinterklaas Day religiöse Feste sind oder lediglich Praktiken einer Nation. Hintergrund hierfür ist das allgemeine Religionsverbot an der Battle School.

Eine Leseempfehlung spreche ich vor allem für all diejenigen aus, die bereits Ender’s Game gelesen haben und sich nicht davor scheuen, einem Hauptcharakter eins überziehen zu wollen.

– Q

Bibliografische Angaben

A War of Gifts von Orson Scott Card
TOR, erstmals erschienen 2007
196 Seiten
ISBN 978-0-765-35899-8
$ 5.99

BUY LOCAL!

Autor: nachtigallenfriedhof

Buchhandel/Verlagswirtschaft. HTWK. Leipzig. Verrückt/Extravagant/Außernatürlich. Sucht euch was aus.

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