Rezension: Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen von Margot Lee Shetterly

Das Biopic eines Hirngespinsts, das Wirklichkeit wurde und einer Generation von schwarzen Frauen, deren Überzeugung ihnen Flügel verlieh

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Cover von "Hidden Figures" von Margot Lee Shetterly

Bereits der Film zum Sachbuch Hidden Figures hat mich begeistert und trotz diverser Abweichungen liefert er einen guten Eindruck davon, was das Buch zu bieten hat.

Die Autorin fährt mit dem Buch zweigleisig. Sie beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte der NASA (ungefähr bis zum Ende des Apollo-Programms) und des fortwährenden Rassismus in den USA. Bei der Beschäftigung mit der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung konzentriert sie sich vor allem auf den Bundesstaat Virginia, da sich der erste Standort der Raumfahrtzentrale in Langely befand. Dabei verlässigt sie aber nicht die landesweite Bürgerrechtsbewegung und die politische Grundstimmung.

Wie im Film fokussiert sich die Erzählung im Buch auf die drei Kernfiguren Dorothy Vaughan, Katherine G. Johnson und Mary Jackson, die symbolisch für eine Generation gebildeter schwarzer Frauen stehen, die sich ihren Weg in die naturwissenschaftliche Elite erkämpft haben. Dabei unterscheiden sich ihre Wege enorm, was sie jedoch verbindet, ist ein eiserner Wille und viel Engagement im Beruf, aber auch in ehrenamtlichen Positionen. Viele der Frauen waren stark in Organisationen involviert, die dabei halfen, junge Menschen angesichts der ungerechten politischen Lage auf ihrem Lebensweg zu unterstützen.

Anders als im Film lernt man aber noch eine Vielzahl weiterer wichtigerer Personen kennen, die Anteil an den Leistungen der Raumfahrtbehörde hatten. Der Fokus liegt dabei auf einer Analyse der weiblichen, schwarzen Belegschaft und den Hindernissen und Schikanen, der sie ausgesetzt war. Die Autorin beschreibt, wie sich Langely allmählich zu einem weniger rassengetrennten Arbeitsplatz verwandelte, wodurch sich die Einrichtung merklich von der allegemeinen Lage im Bundesstaat Virginia unterschied.

Spannend liest sich auch die Entwicklung der NASA selbst. Begonnen hatte die Behörde unter dem Namen NACA als Schmiede für schnellere und sichere Flugzeuge, doch nachdem sogenannten Sputnik-Schock, der durch die gleichnamige, russische Raumkapsel ausgelöst wurde, änderte sich mit dem Namen auch die Ausrichtung der Forschung. Die US-amerikanische Regierung investierte ab diesem Zeitpunkt sehr viel Geld in den Traum nicht nur nach den Sternen zu greifen, sondern sie auch zu bereisen. Was als Hirngespinst von ein paar als Spinner abgestempelten Forschern begann, wurde ein Traum, den Millionen Menschen zusammen träumten und zur Wirklichkeit werden sahen.

Empfehlen möchte ich das Buch allen Lesern, die sich für spannende Geschichten von übersehenen und vergessenen Helden interessieren. Und natürlich jedem, der den Film gesehen hat und nun die ganzen (und korrekte) Geschichte hören möchte.

Vielen Dank an den Verlag Fischer TOR, bei dem ich mein Exemplar gewonnen habe und natürlich an HarperCollins Germany, der die Bücher zur Verfügung gestellt hat.

Bibliografische Angaben
Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen von Margot Lee Shetterly
HarperCollins Germany, erschienen 2017
416 Seiten
ISBN 978-3-959-67084-5
14 €

BUY LOCAL!

Autor: nachtigallenfriedhof

Buchhandel/Verlagswirtschaft. HTWK. Leipzig. Verrückt/Extravagant/Außernatürlich. Sucht euch was aus.

1 Kommentar zu „Rezension: Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen von Margot Lee Shetterly“

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