Kleiner Plausch gefällig? #5

Über Themen, die mein Lesen bestimmen

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Eigentlich hatte ich für diese Woche gar keinen Beitrag geplant, aber als ich lohntdaslesen.de, den Blog der lieben Andrea, besucht habe, hat es mich dann doch gepackt. Sie hat sich in einem Beitrag mit den Themen beschäftigt, die sie bei Büchern catchen und Leitfragen, die sie durch Lektüre beantwortet haben möchte.

Des Pudels Kern

Anders als Andrea kann ich leider nicht mit hochtrabenden Motiven dienen, die mich beim Lesen beschäftigen. Wenn ich mir die Bücher anschaue, die ich in den vergangenen Jahren gelesen habe, ist ein wichtiges Thema für mich persönliches Wachstum von Figuren. Zum Beispiel ein Mädchen, das sich auf eine Reise begibt und dabei lernt, selbstständig zu handeln und ihren eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Oder ein Junge, der nach dem Stein der Weisen sucht, dann einen ganz anderen Schatz findet und feststellt, dass ewiges Leben nicht das Erstrebenswerteste ist. Gerade habe ich mit der Serie Outlander von Diana Gabaldon angefangen, die genau zu diesem Thema passt.

Ein weiterer Aspekt, der mich immer begeistert, ist gut ausgearbeitete Beziehungsentwicklung. Dieser Aspekt mag sehr primitiv erscheinen, aber einige Autoren werfen Figuren ungefähr so elegant zusammen wie Kinder, die Barbie und Ken zum Küssen zwingen. Slow Burn, wie das gemächliche Anbahnen einer Beziehung in Fanfiktionkreisen bezeichnet wird, ist ein Tanz mit sehr individuellen Regeln. Zwei Figuren können schnell „klicken“, andere sind wie Öl und Wasser und lassen sich einfach nicht zusammenbringen. Gerade diese Unterschiede herauszuarbeiten ist für mich ein großer Genuss. Und das gilt natürlich für alle Arten von Beziehung, nicht nur solche, die in das Biest mit zwei Rücken münden. Weil ich mir gerade ein neues Buch von Trudi Canavan zugelegt habe, fallen mir zu dieser Thematik die zwei Trilogien rund um die Magierin Sonea ein, die sehr viele unterschiedliche Beziehungen und deren Entwicklung schildern.

Die Gretchenfrage

„Nun sag, wie steht es bei dir mit Feminismus?“ Auf diesem Blog habe ich mich noch viel zu wenig mit feministischer Literatur beschäftigt, was sich definitiv ändern muss! Feminismus ist ein wichtiges Thema, mit dem ich mich eigentlich täglich beschäftige und das mein Leben seit geraumer Zeit stark beeinflusst. Mittlerweile habe ich mir diverse Film-, Fernseh- und Buchklassiker verdorben und habe andere zu schätzen gelernt. Insgesamt bin aber um einiges aufmerksamer geworden, wenn es um die Welt und die Gesellschaft geht, in der wir leben. Bücher, die sich hierfür anbieten, gibt es einige, zum Beispiel Hidden Figures von Margot Lee Shetterly und bald werde ich Jack Urwins Boys don’t cry: Identität, Gefühl und Männlichkeit lesen.

Ein Vortrag, der mich in Sachen Feminismus so richtig Feuer und Flamme werden lassen hat, ist der später unter dem Titel We should all be feminists als Buch erschienen TED-Vortrag von Chimamanda Ngozi Adichie. Damit ihr nicht suchen müsst, hier das Video:

– Q

Autor: nachtigallenfriedhof

Buchhandel/Verlagswirtschaft. HTWK. Leipzig. Verrückt/Extravagant/Außernatürlich. Sucht euch was aus.

2 Kommentare zu „Kleiner Plausch gefällig? #5“

  1. Du kannst immer so locker schreiben und man spürt total Deine Begeisterung! Da kann man neidisch werden. 🙂

    Tatsächlich hatte ich bei meinem ersten Entwurf für meinen Artikel auch noch das Thema Figurenwachstum mit drin. Denn ich lese auch gern Geschichten oder Sachbücher, in denen von Mut erzählt wird, und wie jemand über sich hinaus wächst. So wie das Buch von Muktar Mai, das ich vor kurzem gelesen habe. Das inspiriert mich dann für mein Leben. Für diese erste Kategorie Bücher die Du beschrieben hast, kann begeistere ich mich also auch.

    Es sind gar nicht so hochtrabende Motive für mich, ich kann mich nur einfach noch nicht damit abfinden, was an Zerstörungspotential in den Menschen ist. Ich habe ja auch Philosophie studiert in der Hoffnung, mehr von der Welt zu verstehen.

    Ich werde mir den Vortrag vormerken und demnächst ansehen. Und dann schreibe ich Dir hier nochmal meine Eindrücke drunter.

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen, vielen Dank! Freut mich sehr zu hören, dass sich meine Texte so gut lesen. 🙂 Ich finde, bei deinen merkt man aber auch den akademischen Hintergrund. Du drückst dich so gewählt aus! 🙂

      Das ist schön! 🙂 Wäre vermutlich auch irgendwie komisch, wenn man sich dafür gar nicht interessiert. Ohne Wachstum wären Geschichten ziemlich eindimensional. 😀 Aber mir geht es auch so, denn irgendwie erinnere ich mich im Alltag an die eine oder andere Figur und schöpfe daraus Kraft. 🙂

      Das hast du vollkommen Recht. Eigentlich sollte man sich mit diesem Aspekt noch viel mehr auseinandersetzen, auch um sich selbst dazu zu motivieren, das eigene Verhalten zu ändern.

      Sehr schön! Dann warte ich mal gespannt, wie er dir gefällt. 🙂

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